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Zillertal

Klettern im Zillertal in Tirol. Informationen zum Klettergebiet, zur Anreise und zur Übernachtung.

Perfekter Fels in hochalpiner Landschaft: Klettern im Zillertal

Perfekter Fels in hochalpiner Landschaft: Klettern an den Ewigen Jagdgründen

Das breite Zillertal zweigt zwischen Jenbach und Brixlegg vom Inntal ab und verläuft in Nord-Süd-Richtung bis zum Alpenhauptkamm der Zillertaler Alpen. Bei Mayrhofen endet das breite Tal und verzweigt sich in vier tief eingeschnittene, wilde Hochgebirgstäler: Den Zillergrund, den Stillupgrund, den Zemmgrund und das Tuxer Tal. Die Seitentäler spalten sich in weitere Seitenäste auf, vor allem der Zillergrund und der Zemmgrund. In diesen beiden Tälern finden sich auch die mit Abstand meisten Kletter- und Bouldermöglichkeiten.

Anreise

Die öffentliche Anreise mit dem Zug bis Mayrhofen ist kein großes Problem, da von der viel befahrenen Inntal-Strecke in Jenbach  im Stundentakt die Zillertalbahn fährt. Von Mayrhofen fahren dann Busse in die Seitentäler, die meist bei den Ausgangspunkten der Kletter- und Bouldergebiete anhalten. Hier gibt es eine Übersicht aller Busfahrpläne.

Mit dem PKW fährt man von der Inntalautobahn an der Ausfahrt Zillertal aus und dann geht es auf der (meist stark frequentierten und staugefährdeten) Zillertal-Bundesstraße taleinwärts nach Mayrhofen. Ins Tuxer Tal kann man bis an das Talende mautfrei fahren. In den Zemmgrund kommt man bis zum Gasthaus Breitlahner mautfrei, der Weiterweg zum Schlegeisspeicher ist eine Mautstraße, genauso wie im Sommer die Straßen in den Stillupgrund oder in den Zillergrund.

Übernachtung

Im Bergsteigerdorf Ginzling gibt es die ersten Übungsfelsen direkt im Ort
Im Bergsteigerdorf Ginzling gibt es die ersten Übungsfelsen direkt im Ort

1. Camping

Strategisch am günstigsten für alle Klettergebiete im Zillertal liegt Camping Mayrhofen. Das gilt sowohl wenn man mit Öffis unterwegs ist (zum Bahnhof sind es knapp 10 Min. Fußmarsch), als auch mit dem Auto, da man von hier aus in alle Seitentäler abbiegt. Allerdings handelt es sich um einen normalen Touri-Campingplatz, wo man als Kletterer eher ein Exot sein wird und der eher teuer ist.

Kletterer, die hauptsächlich im Zemmgrund klettern wollen, finden kurz vor den Ewigen Jagdgründen einen einfachen Campingplatz des Kletterclubs Stonemonkeys. Allerdings eignet sich dieser eher nur mit einem Bus zum Übernachten, da es sich um einen wenig einladenden Kiesplatz handelt. Es gibt allerdings Klo's und Duschen und mit 15 Euro/Auto oder Zelt ist die Nacht recht preisgünstig. Der Weg in den Zillergrund ist von hier allerdings schon recht weit (ca. 45 Min. mit PKW).

Im Zillergrund kann man am Gasthaus in der Au günstig übernachten/zelten.

2. Ferienwohnungen

Im touristisch gut erschlossenen Zillertal gibt es beinahe in jeder noch so kleinen Siedlung Zimmer oder Ferienwohnungen. Im Frühjahr und Herbst sollte es kein Problem darstellen, ewas zu finden - lediglich im Hochsommer und zur Skisaison im Winter sind viele Quartiere ausgebucht.

Eine gute Anlaufstelle ist der Diggl - ein kleiner Bergbauernhof am Ortsrand von Ginzling, der als Ferienhaus mit Küche und Schlafplätzen für bis zu 12 Personen gebucht werden kann. Er gehört der Familie von dem Local und Sportkletterpionier der Region: Gerhard Hörhager. Klar, dass eine eigene Indoor-Boulderwand inklusive ist.

3. Biwakieren, Wildes Campen

Das Zillertal ist inzwischen ein Modegebiet ersten Ranges mit viel Andrang auswärtiger Kletterer. Wildes Campen wird gar nicht mehr gerne gesehen. Nutzt bitte die offiziell angebotenen Möglichkeiten, um die Stimmung der Einheimischen gegenüber den Kletterern positiv zu halten.

Beste Jahreszeit

Es handelt sich um ein alpines Klettergebiet in den tief eingeschnittenen Tälern des Zillertales. Theoretisch kann hier das ganze Jahr geklettert und gebouldert werden wenn die Bedingungen passen. Als Auswärtiger tut man sich allerdings nicht ganz leicht das zu beurteilen. Im Winter und Frühjahr ist die Schneemenge und die Lawinengefahr auch bei an sich optimalem Kletterwetter meist der limitierende Faktor. Nach schneereichen Wintern sind viele Sportkletter- und Bouldergebiete vor allem von März bis Ende Mai (wenn südseitig eigentlich ideale Bedingungen herrschen würden) von Lawinen bedroht. Im Hochwinter ist das bei brauchbarem Wetter zum Klettern und Bouldern oft weniger kritisch. Im Hochsommer kann es trotz hoher Temperaturen gute Bedingungen haben, da meist kräftige thermische Winde durch die Täler streifen. Außerdem haben fast alle Felsen irgendwann am Tag Schatten. Im Herbst sollte man die tief stehende Sonne einkalkulieren, in viele Talböden kommt sie dann nur noch sehr kurz und es wird empfindlich kalt.

Sportklettersektoren

Perfekter Granit in den Ewigen Jagdgründen
Perfekter Granit in den Ewigen Jagdgründen

Ewige Jagdgründe

Das mit Abstand bekannteste und traditionsreichste Sportklettergebiet im Zillertal befindet sich weit hinten im Zemmgrund. An den bis zu 35 m hohen Granitblöcken gibt es insgesamt etwa 130 Routen im Schwierigkeitsbereich von 4-11. Der Schwerpunkt der Klettereien befindet sich zwischen 6+ und 10-. Von der Platte über den Riss bis zur athletischen Ausdauerroute ist alles geboten. Die Blöcke liegen traumhaft schön am Fluss und an den angrenzenden Almwiesen. Zum Teil klettert man aus der ebenen Wiese. An den Wochenenden und zur Ferienzeit muss man mit sehr viel Andrang rechnen.

Tulfer

Das Gebiet liegt direkt oberhalb der Ewigen Jagdgründe und schützt sich mit 30 Minuten Zustieg. Die Routenauswahl ist viel geringer und insbesondere die sehr athletischen Routen an der Hauptwand im Bereich 10- bis 11- sollen super sein (leider nix für mich). Die leichteren Routen sind leider sehr kurz. Es gib aber noch einen benachbarten Block "Bärenaue" mit einigen tollen Routen im Bereich 6+ bis 9-

Gschlössl

Noch eine sehr schwere Wand, die etwa auf halber Strecke zwischen Ginzling und den Ewigen Jagdgründen liegt. Der Routenschwerpunkt liegt zwischen 9- und 10+

Nasenwand

Die Felsen liegen direkt oberhalb des Bergsteigerdorfes Ginzling. Ein kleiner Übungsfels liegt gleich unten im Ort (sehr kurze, leichte Routen), ansonsten steigt man etwa 15-20 Minuten hinauf. Insgesamt finden sich über 60 Routen. An den oberen Sektoren variieren die Schwierigkeiten zwischen 6 und 10

Bergstation

Dieser große Sektor mit etwa 70 Routen liegt in unmittelbarer Nähe der Nasenwand, ebenfalls oberhalb von Ginzling. Es gibt Routen in allen Schwierigkeiten von einem Softmover-Sektor ab dem 5. Grad bis hin zum Jakob Schuberts Toproute Companion of Change (9a+ bzw. 11+) ist alles geboten und es gibt immer noch viel Potenzial für weitere Touren.

Monkey Island

Beliebtes Trainingsgebiet der Locals am Jochberg 3 km südwestlich von Mayrhofen. Die etwa 40 Routen bewegen sich im Level zwischen 8- und 11.

Fürstein

Dieses Gebiet ist ählich wie die ewigen Jagdgründe ein riesiger Felsblock, ober einer grünen Wiese am Anfang des langen Zillergrunds. Die Routen sind allerdings eher kurz und reichen meist nur 8 - 15 Meter in die Höhe. Es gibt noch einen kleinen Nebensektor mit einer Hand voll längerer Wege  bis 25 m. Das Schwierigkeitsniveau des Gebiets reicht von 6 bis 10-.

Schwarze Wand

Ein weiteres Hardcoregebiet im Zillergrund nahe des Gasthauses Häusling. Die meisten der derzeit etwa 30 Routen erfordern ein Kletterlevel von 9 aufwärts. Wer es drauf hat, findet hier einige der besten Granitrouten Österreichs.

Sonstige Gebiete

Daneben gibt es noch viele weitere, meist kleinere Gebiete die aber oftmals bekannte schwere Kletterrouten beherbergen (Ganja, Bachhexe usw.). Talauswärts finden sich auch ein paar Kalkgebiete, die allerdings mit längeren Zustiegen verbunden sind oder eine teure Auffahrt mit der Seilbahn erfordern (Knorren, Gschösswand) bzw. eher klein und von lokaler Bedeutung sind (Astholz, Pöllstein).

Bouldern

Das Zillertal ist inzwischen eines der größen und beliebtesten Bouldergebiete der Alpen. Es gibt unzählige Felsblöcke in perfektem Granit, die in den Seitentälern hinter Mayrhofen herumliegen. Mehr als 1000 Boulder wurden bereits erschlossen und das Potenzial ist immer noch riesig. Bisher wird fast ausnahmslos an den leicht zugänglichen Blöcken in unmittelbarer Nähe der öffentlich befahrbaren Straßen gebouldert. Kein Wunder dass die Crashpad Fraktion inzwischen am Campingplatz im Zemmgrund und am Gasthaus in der Au im Zillergrund oft bereits in der Mehrheit ist.

Mehrseillängenrouten - Alpines Sportklettern

Die Flanken der steilen Trogtäler weisen vielfach mehrere hundert Meter hohe Granitwände auf, von denen immer mehr für alpine Sportkletterrouten entdeckt werden. Auch hier schlummert noch ein riesiges Potenzial für lohnende Routen. Oftmals muss man sich aber die Zustiege dorthin über steile Gras und Geröllhalden verdienen. Daher wurden bisher auch nur die am leichtesten zugänglichen Wände erschlossen. Einige Infos dazu hab ich bereits hier auf meiner Seite, ich hoffe es folgen bald noch mehr.

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