Skitour Großer Traithen

22. 03. 2026 | Tourenverhältnisse Bayerische Voralpen
von Markus Stadler

Überraschend gute Bedingungen am Rosenheimer Hausberg

Die Nordflanke des Großen Traithen leuchtet seit Tagen in blendendem Weiß bis nach Rosenheim und so mussten wir ihm heute einen Besuch abstatten. Bei der Fahrt zur Rosengasse kann man schon ins Grübeln kommen: Die Südseiten am Sudelfeld unter der Kaserer Wand und unterhalb der Lacherspitze sind komplett schneefrei - nicht einmal klitzekleine Flecken Weiß sind dort zu sehen. Aber dann exakt am Parkplatz an der Rosengasse beginnt der Schnee und man kann mit Ski losgehen. Anfangs bis zur Rosengassenalm hat es meist aber nur noch die verharschten 10 cm Neuschnee von Anfang der Woche auf  der Wiese, in den Mulden liegen noch kleine Altschneereste und beim Verlassen des Waldes an der Rosengassenalm muss man 30 Meter die Ski über ein aperes Stück drüber tragen. Danach nimmt aber die Unterlage mit jedem Meter, den man aufsteigt, zu und in der Saugasse schauts dann schon recht ordentlich aus. Nordseitig liegt hier etwa 15 cm Pulverschnee auf der verharschten Altschneeunterlage. Die älteste Aufstiegsspur ist sehr steil angelegt, so dass bereits mehrere nachkommende Tourengeher immer wieder flachere Varianten angelegt haben. Hinter uns sind dann noch zwei Fußgänger aufgestiegen und haben die Spuren ordentlich perforiert, so dass man wohl besser nochmal eine neue Spur anlegt, was aber hier relativ entspannt geht. 

Der Aufstieg auf den Latschenkopf vor dem Äserer-Sattel hat eine blöde Stelle mit Ski, wo wir mit der 9jährige Ida sogar mal einige Meter zu Fuß aufgestiegen sind. Sichere Tourengeher können aber mit Ski weitergehen. Der Aufstieg zum Steilnerjoch-Grat geht dann dafür überraschend gut, hier sind die Latschen für den diesjährigen Winter erstaunlich gut eingeschneit. Ein ganz anderes Bild auf der Südseite des Grats, wo praktisch kein Schnee liegt und dichtester Latschendschungel zum Vorschein kommt. Meist kann man direkt am Grat oder knapp rechts davon gehen, wo viel Schnee liegt, aber sobald man auf die linke Seite ausweichen muss, wirds botanisch. Die letzten 30 Hm zum Gipfel haben wir die Ski daher nochmal getragen.

Die Abfahrt ging dann wiederum deutlich besser als erwartet. Der Nordwesthang hat vergleichsweise viel Schnee und die Latschen sind im oben komplett zu - stellenweise zerfahrener Pulverschnee auf harter Unterlage. Ganz unten muss man dann zusehen, die richtige Gasse zu erwischen. Die Querung zum Stopselzieher hat zwei kurze apere Stellen, wer Zeit hat, fährt besser die schöne Ostmulde ganz runter (heute nachmittag Schmierpulver) und steigt nochmal auf. Der Stopselzieher ging gut - schon recht ausgefahren und hart, aber griffig. Im breiten Hang unterhalb dann zuerst Pulverschnee, der dann langsam etwas pappig wurde und zuletzt in gut fahrbaren Schmierpulver überging. Im Nordhang unter dem Wald kann man noch bis vor den letzten kurzen Hang an der Rosengasse queren und trägt dann noch 2 Minuten die Ski zum Parkplatz. So gut ist der Traithen seit zwei Jahren nicht mehr gegangen. Wenn es jetzt nächste Woche tatsächlich nochmal kräftig schneit, könnte es sogar wieder besser werden.