Sebaldstein, Sportkletterperle im Rotwandgebiet
14.09.2025 von Markus Stadler
Interessantes Sportklettergebiet in idyllischer alpiner Lage
Der Sebaldstein liegt direkt gegenüber der Westwand der Ruchenköpfe. Die etwa 100 m breite und bis zu 50 m hohe Wand besteht aus kompaktem, teils wasserzerfressenem Kalk. Im zentralen und rechten Teil ist die Wand senkrecht bis überhängend und sehr geschlossen. Hier bieten nur einige wenige Riss- und Verschneidunglinien moderatere Schwierigkeiten im 6. bis 7. Grad. Ansonsten herrscht technisch anspruchsvolle Kletterei in den oberen Schwierigkeitsgraden vor. Aktuell (Herbst 2020) sind noch mehrere der schwierigeren Routen als Projekte eingestuft. Als Stützpunkt bietet sich das nahe gelegene Rotwandhaus an, das etwa 20 - 30 Minuten Fußmarsch entfernt ist.
Anfahrt
ÖPNV: Die Oberlandbahn hält auf der Strecke Miesbach–Bayrischzell in Schliersee und in Geitau. Von Schliersee fahren regelmäßig Busse zum Spitzingsee.
PKW: Von München kommend über die A8 bis Weyarn und über Miesbach und Schliersee zum Spitzingsee oder nach Geitau. Von Rosenheim über Bad Feilnbach, Hundham und Fischbachau dorthin.
Zustiege
1. Vom Spitzingsee zu Fuß: Vom Südende des Sees über eine Fahrstraße (anfangs geteert) immer der Ausschilderung zum Rotwandhaus folgend (besser mit MTB, zwei längere Steilstücke vor und an der Wildfeldalm), ca. 1,5 h. Vom Haus dem Wanderweg nach Osten hinab zur Kümpfelscharte folgen und weiter abwärts in Richtung Großtiefentalalm, bis der Weg nahe am nördlichen Ende des Sebaldstein vorbeiführt. Von hier in wenigen Metern zu den ersten Routen am untersten Eck der Ostwand. (15 Min. vom Rotwandhaus).
2. Vom Spitzingsee mit der Taubensteinbahn zur Bergstation. Über Kleintiefental-Alm und Miesingsattel bis zur Einmündung in den Weg, der von der Großtiefentalalm heraufkommt. Nun ca. 2 Min. dorthin absteigen und vom Weg rechts abzweigen auf Steigpuren ums Eck an die Ostwand (ca. 45 Min. von der Bergstation).
3. Mit dem Bike von Geitau: Zuerst flach am Segelflugplatz vorbei zur Mieseben-Diensthütte. Abzweigungen rechts werden ignoriert, man verlässt den Wald bei der Untersteilenalm (1180 m). Bis hierher ist das Radeln auch ohne Motor für einen halbwegs fitten Kletterer gut zumutbar (ca. 45 Minuten vom Bahnhof). Nun wird die Straße langsam etwas steiler und spätestens das letzte Stück von der Schellenbergalm zum Soinsee (1459 m) erfordert sehr kräftige Wadln (bzw. wer Kletterausrüstung dabei hat und nachher noch klettern möchte, schiebt besser). Vom Bahnhof sollte man ohne Motor bis hierher ca. 1 ¼ bis 1 ½ h rechnen. Wer an der Südwand klettern möchte, parkt sein Fahrrad am Beginn des Sees und steigt nach Süden und dann nach Westen über den Wanderweg in einer weiteren halben Stunde hinauf zum Brotzeitfels (ca. 1700 m).
Zur Westwand radelt man besser noch weiter zur Großtiefentalalm und stellt dort das Bike ab. Man folgt erst dem Wanderweg in Richtung Rotwandhaus bis unter die Nordwand des Sebaldsteins und steigt dann über Pfadspuren an die unterste Westwand (20 Min. von der Großtiefentalalm).
Kletterführer
Der Kletterführer Bayerische Alpen Band 3 - Bayrischzell - Benediktbeuern beschreibt die Kletterrouten am Sebaldstein. Wer einen Fehler entdeckt oder eine neue Route begangen oder eingebohrt hat, ein Projekt klettern konnte oder einen anderen Hinweis für den Autor oder die Leser des Buches hat, schickt mir am besten eine E-Mail.
Der Fels wird zudem im Kletterführer München rockt beschrieben, der einen besonderen Fokus auf die Anreise mit Öffentlichen Verkehrsmitteln hat.
Updates
Die Erschließung des Sebaldsteins schreitet kontinuierlich fort. Vor allem Nils Schützenberger mit Frau und Tochter sowie Andi Faessler waren in den letzten Jahren häufig dort anzutreffen und haben weitere Projekte geklettert und noch ein paar neue Linien entdeckt. Vor allem die Topos und Beschreibungen im Kletterführer Bayerische Alpen Band 3 (Ausgabe 2021) sind inzwischen schon wieder veraltet, auch zu den Topos im Kletterführer München rockt sind neue Routen hinzugekommen.
