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Spitzsteinwand

Die Spitzsteinwand liegt in den westlichen Chiemgauer Alpen und bietet sowohl kurze Sportkletterrouten als auch anspruchsvolle Mehrseillängenrouten.

Spitzstein - Sportklettergebiet

Die gesamte Spitzsteinwand von Nordosten

Eindrucksvolle Wand am Chiemgauer Wander- und Skitourenberg

Diese für Voralpenverhältnisse eindrucksvolle Wand bricht vom Gipfel des Spitzstein nach Osten/Nordosten auf ca. 500 Meter Breite teilweise 100 Meter ab. Der Fels ist sehr kompakt und oft unstrukturiert, weshalb hauptsächlich Kletterer jenseits des 7. Schwierigkeitsgrades fündig werden. Die leichteren Passagen (Risse, geneigte Wandabschnitte) sind oft stark bewachsen.

Wichtige Verhaltenshinweise

Die Spitzsteinwand befindet sich auf dem privaten Almgelände der Auer- und Tristmahlnalm. Besonders bei der Tristmahlnalm tangiert das Klettern an der Spitzsteinwand die unmittelbare Privatsphäre des Almbauern. Die lokalen Kletterer pflegen einen engen und guten Kontakt zu den Almleuten, das soll so bleiben. Daneben handelt es sich um ein Biotop mit vielen Tier- und Pflanzenarten. Bitte haltet Euch an folgende Regelungen, damit das Klettern an dieser tollen Wand weiterhin möglich ist:

1. Der Wandbereich unterhalb der Sektoren Pilastro und Arkadien (rechts des Hauptsektors) ist Wassereinzugsgebiet der Tristmahlalm. Auf keinen Fall Toilettengänge in dieser Zone absolvieren. Sollte das Wasser der Tristmahlnalm mit Fäkalkeimen verschmutzt werden, muss die gesamte Wand gesperrt werden! Ebenfalls bitte unterlassen: Hände oder gar Hunde im Brunnentrog waschen, sonst trinken die Kühe das Wasser nicht mehr!

2. Respektiert die Almbauern und deren Privatsphäre und seid freundlich zu ihnen! Sie leben seit Jahrzehnten den ganzen Sommer dort oben, stehen früh auf und arbeiten hart. Wenn sie sich gestört fühlen und vielleicht mal pampig werden sollten, dann ist das Gebot der Stunde Diplomatie und vielleicht auch mal eine Entschuldigung, keinesfalls aber dumme Sprüche!

3. Fahrräder/E-Bikes nicht an der Aueralm innerhalb der Zäune im Weidegelände abstellen (es haben sich so bereits Kälber verletzt) oder an den Brunnen ketten. Eine Empfehlung für eine Abstellmöglichkeit werden wir noch mit den Almleuten besprechen.

4. Seid leise an der Wand. Die Wand wirkt wie ein Schallverstärker hin zur Tristmahlnalm. Bei Windstille hört man unten an der Alm jedes gesprochene Wort, lautes Herumgeschreie, Anfeuern, Schimpfen oder Kindergeschrei oben an der Wand stört die Almleute massiv. Ganz besonders gilt das auch für Bohrmaschinenlärm oder gar Laubbläser (!) womit kürzlich jemand am Abend noch meinte, Routen säubern zu müssen. Falls jemand an der Wand nochmal etwas bohren möchte, sollte er sich vorab mit den Almleuten bzw. dem Klettergebietsbetreuer Michi Hartmann abstimmen, der einen direkten Draht zu ihnen hat.

5. Achtet auf Vegetation und Tierwelt. Vermeidet übertriebene Felssäuberungen - jedes Grasbüschel und jede Pflanze ist Teil des dortigen Lebensraums, das gilt auch für den Wandfuß. Routen in denen Vögel brüten, sollten in der Brutzeit bis ca. Ende Juni gemieden werden, vor allem betrifft das die Mehr-Seillängenrouten.

Anfahrt

Von der Inntalautobahn in Brannenburg oder Oberaudorf herunterfahren und an der Ostseite des Inns nach Erl. Hier zweigt in der Ortsmitte die Straße auf den Erlerberg ab. Immer den Ausschilderungen zum Spitzstein folgen bis kurz vor das Spitzsteinhaus, wo es einen eingezäunten Parkplatz gibt. Die Schranke des Parkplatzes bitte wieder schließen, damit die Kühe keine Autos beschädigen.

Zustieg

Auf einem Wanderweg unterhalb des Spitzsteinhaus rechts nach Osten bis zur Auer Alm. Hinter der Alm links dem kleineren Weg in Richtung Klausen folgen, der direkt unterhalb der Wand vorbeiführt. 20 - 35 min. vom Parkplatz (je nach Sektor).

Kletterrouten

Inzwischen gibt es am Spitzstein rund 70 Kletterrouten. Die Kletterei ist meist technisch sehr anspruchsvoll - auch in den schwierigen Routen im 9. und 10. Grad überwiegt senkrechte bis leicht überhängende Wandkletterei. Die leichteren Routen verlaufen meistens entlang natürlicher Felsstrukturen wie Rissen, Verschneidungen oder Rampen. Der Schwerpunkt liegt im Schwierigkeitslevel 8-10, es gibt aber auch eine ganze Reihe an schönen 7ern und sogar einige leichtere Wege. Die meisten Routen sind Sportkletterrouten von 10 - 40 m. Für einige Routen ist ein 80 m Seil sinnvoll. Es gibt auch Routen durch die gesamte Wand mit mehreren Seillängen.

Absicherung

Die neuen Routen sind großteils mit Klebehaken und Edelstahl-Schwerlastankern Abständen gesichert. In einigen wenigen Routen müssen größere Abstände in Kauf genommen werden, vor allem in den Mehr-Seillängen-Routen im leichteren Gelände. Teils können hier Klemmkeile oder Friends verwendet werden. Es es gibt auch ältere Routen mit Material ungeklärter Herkunft oder Haltbarkeit. An vielen Umlenkern befinden sich Kettenstände mit Stahlkarabinern oder Ringen zum Durchfädeln. Das Material wurde zu großen Teilen privat von den lokalen Erschließern aufgebracht. Ein Teil des Sicherungsmaterials wurde aus einem Ausrüstungspool bereitgestellt, der von folgenden Sponsoren unterstützt wird: DAV-Sektion Rosenheim, DAV-Sektion Bergbund Rosenheim, DAV-Sektion Bad Aibling, DAV-Sektion Stützpunkt Inntal, Montagne-Sport Rosenheim, IKO Sport Raubling sowie Bolting.eu.

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