Skitourenbedingungen - Schneeverhältnisse

Hier gibts aktuelle Infos zur Schneelage für Skitouren. Der allgemeine Überblick wird normalerweise einmal wöchentlich (Donnerstag oder Freitag) erstellt, unterhalb findet ihr lokale Meldungen zu den Schneeverhältnissen.

Überblick über die Schneesituation (13.03.2026)

Wetterentwicklung in der vergangenen Woche

Am vergangenen Wochenende brachte eine stabile Hochdrucklage oft perfektes Tourenwetter und südseitig gute bis sehr gute Firnbedingungen (dort wo noch Schnee liegt). Seit Anfang der Woche ist das Wetter jetzt etwas wechselhafter, teilweise war es wolkig mit reduzierter Abstrahlung, am Mittwoch und Donnerstag regnete im Norden etwas, oberhalb ca. 1500 m gab es ein paar Zentimeter Neuschnee, meist unter 10 cm, in der Schweiz lokal etwas mehr.

Schneelage

Anfang bis Mitte März ist normalerweise die Zeit, in der es in mittleren Lagen zwischen 1500 und 2000 m am meisten Schnee hat. Daher kann man momentan ab dieser Höhe noch fast überall in den Alpen Skitouren bei ausreichend Schnee unternehmen, auch wenn in vielen Regionen der Alpen stark unterdurchschnittliche Schneemengen liegen. In tiefen Lagen ist allerdings der Winter inzwischen vorbei. Wenn zwischendurch (wie morgen im Westen und Südwesten) nochmal kräftige Schneefälle bis ins Tal fallen, wird der Schnee auf dem aperen Boden dann schnell wieder verschwinden.

Die Altschneedecke ist allerdings alpenweit sehr ungleichmäßig verteilt. Am meisten Schnee bei insgesamt relativ guter Schneelage hat es in den Westalpen, vom Piemont über die Dauphine und das Wallis bis zum Sustenpass. In den Ostalpen liegt am meisten Schnee im Westen zwischen Silvretta und Arlberg und in den hohen Lagen am Alpenhauptkamm vom Reschenpass bis zum Großglockner (z. B. ums Matreier Tauernhaus). Ziemlich mager ist die Situation an den Alpenrändern und generell nördlich und östlich der Tauern.

Die Schneequalität ist oft frühlingshaft, nach klaren Nächten gibt es von Ost über Süd bis West Firn. Nordseitig findet sich dann oft Bruchharsch oder Harsch, da die Sonne meist noch zu tief steht um den Schnee hier aufzuweichen.

Schneelageberichte für einzelne Gebirgsgruppen der Alpen gibt es auch unter Schnee.report.

Lawinenlage

Das fiese Altschneeproblem der letzten Wochen hat sich inzwischen weitgehend in die Hochlagen und Schattenhänge zurückgezogen. Es gib aber in vielen Regionen immer noch einige wenige Stellen, wo man große Lawinen auslösen kann. Solange man auf tragendem Schmelzharsch unterwegs ist (also bei typischen Firntouren) ist die Sache aber inzwischen vorbei. Am Wochenende wird es stellenweise viel Neuschnee geben, das wird die Situation aber wieder verändern.

Tagesaktuelle Informationen zur Lawinenlage biete die örtlichen Lawinenlageberichte.

Ausblick

Ein Italientief wird am Samstag und Sonntagvormittag von Südwesten her für kräftige Niederschläge sorgen. Es wird im Norden voraussichtlich bis in die höheren Täler schneien, am südlichen Alpenrand dürfte die Schneefallgrenze bei 1200 bis gut 1500 m liegen. Am meisten Schnee wird vom Gran Paradiso zum Gotthard fallen, wo stellenweise ein Meter Neuschnee zusammenkommen dürfte. Etwa ein halber Meter Neuschnee sollte vom südlichen Piemont über die Dauphine, den Schweizer Alpennordhang und ins Oberengadin fallen. In den Ostalpen sind von Vorarlberg über die Stubaier Alpen bis ins Ortlergebiet 20–30 cm möglich – allerdings mit Enttäuschungspotenzial wegen Italientief. Östlich davon wird wohl kein nennenswerter Neuschnee fallen, höchstens noch ganz im Südosten (Friaul, Südkärnten) bei aber hoher Schneefallgrenze (über 1500 m). Daher wird das Wetter am Wochenende die meiste Zeit nicht so prickelnd sein. Am meisten Sonne ist am Samstag im Nordosten zu erwarten.

Am Montag und Dienstag ist das dann kühler als zuletzt mit einer Schneefallgrenze um die 1000 m, wobei aber nicht mehr viel Neuschnee zu erwarten ist und zwischendurch auch in vielen Regionen länger die Sonne scheinen kann. Durch die kühleren Temperaturen kann es nach klaren Nächten sein, dass es weniger gut auffirnt als in der letzten Woche, allerdings sollte fast überall (wenigstens eine dünne) Neuschneedecke auf dem harten Altschnee kommen. Je nach Niederschlagsmengen wird dann vielleicht auch schattseitig die Schneequalität ab Anfang nächster Woche wieder besser sein.

Tourentipps (auf eigene Verantwortung, u.a. muss die Lawinensituation tagesaktuell beurteilt werden!)

Am Samstag könnte das Wetter im Nordosten noch bis Mittag halten, allerdings ist die Schneelage in den Bayerischen Alpen und im angrenzenden Österreich zwischen Achensee und Tennengebirge schon so dürftig, dass hier die Tourenauswahl langsam dünn wird, vor allem südseitig, wo die Schneequalität am besten wäre. Im schattigen Griesnerkar liegt zwar ausreichend Schnee, aber oft von mäßiger Qualität und mit vielen großen Lawinenkegeln. Was am Samstag vormittag vielleicht nochmal weich werden könnte, sind die kurzen südseitigen Touren im Rofan. Viel versäumt man also nicht: wer als Kletterer daher Lust hat, könnte am Samstag auch in Bad Aibling im Basislager beim Klettermarathon mitmachen.

Im Zillertal ist von der Schneemenge her weiterhin der Zillergrund die beste Option. Von Bärenbad aus lohnen sich z. B. die Touren im Zillerkar oder auch hinten im Hundskehlgrund (Skiführer Tuxer- und Zillertaler Alpen, Touren J6 bis J8 und J11 bis J13). 

In den Hohen Tauern hat es vor allem rund um das Matreier Tauernhaus vergleichsweise viel Schnee. Hier dürften die südseitigen Firntouren (Skitourenführer Hohe Tauern, Touren E8 bis E12 und E19 bis E24) noch mindestens 1-2 Wochen ohne Neuschnee lohnend bleiben, sofern auf eine klare Nacht ein sonniger, windstiller Tag folgt.

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