Markus Stadler

Klettern hinter Schliersee und Tegernsee

Klettern am Plankenstein

Felsschmankerl am Trabanten des Risserkogels


Der Plankenstein von Osten aus gesehen.

Der wild gezackte Plankenstein bildet mit seinem weniger schroffen Nachbarn, dem Risserkogel ein markantes Profil im Panorama der Bayerischen Voralpen, das sowohl von Osten als auch von Westen gesehen sofort ins Auge sticht. Während die West- und Südseite ein beliebtes Herbst- und sogar Winterziel darstellt und eher Sportklettercharakter hat, bietet die schattige Nordwand ein ganz anderes Bild. An ihrer höchsten Stelle 250 m hoch, bricht sie mit gewaltigen Plattentafeln zu den grünen Wiesen der Plankensteinalm ab und weist vor allem an heißen Sommertagen perfekte Klettertemperatur auf.

Die Kletterpioniere haben am Plankenstein ähnlich wie an der Kampenwand oder den Ruchenköpfe schon seit jeher für größere Ziele trainiert und so finden sich unter den Namen der Erstbegeher Leute, die auch im Wilden Kaiser und im Karwendel ihre Spuren hinterlassen haben, wie beispielsweise
Fritz Pflaum oder Josef Enzensperger. Von den alten Routen werden jedoch nur noch sehr wenige regelmäßig geklettert – allen voran der beliebte Ostgrat. Mittlerweile ist Sportklettern Trumpf am Plankenstein. Viele Baseclimbs suchen sich die besten Felspartien aus und meiden das sonst häufig anzutreffende, steile Grasgelände. Während die Sportkletterrouten an der Nordseite meist gut mit modernen Haken abgesichert sind, war das Hakenmaterial auf der Südseite sehr wechselhafter Qualität. In einer großen Sanierungsaktion wurden 2010/2011 von einer engagierten Gruppe lokaler Kletterer unter der Regie von Tom Hesslinger die meisten Klassiker und viele der älteren Sportkletterrouten mit solidem Hakenmaterial versehen. Nachdem sich die lokalen Alpenvereinssektionen vornehm zurückgehalten haben, waren es letztendlich die DAV-Sektionen München und Oberland sowie die Firma Christoph Krah (damals Petzl-Deutschland-Vertrieb), die für das Hakenmaterial aufgekommen sind.

Tobi in den Wasserrillen an der Plankenstein-Nordwand
Tobi Löw in den Wasserrillenplatteen der Nordwand

Anfahrt:

Von Tegernsee nach Rottach-Egern und etwa 200 m nach der Rottach-Brücke links abbiegen (Ausschilderung „Sutten“) nach Enterrottach. Der hier beginnenden Mautstraße folgt man etwa 3 km, bis rechts der Parkplatz an der Hufnagelstube erscheint. Hier hält auch die Buslinie Tegernsee–Valepp–Spitzingsee, die allerdings für Kletterer nur ein recht schmales Zeitfenster hat

Zustieg:

Eine geteerte Forststraße zweigt oberhalb vom Parkplatz rechts ab und führt zur Weggabelung unterhalb der Sieblialm. Nun gibt‘s drei Möglichkeiten:

  1. Zur Südwand: Links abbiegen und über die Siebli-Alm zum Riedereck-Sattel und weiter zum Plankensteinsattel (1,5 - 2 Std.).
  2. Zur Nordwand: Der Straße noch ein Stück folgen, bis sie nach rechts über den Bach wechselt. Kurz da-rauf verlässt man die Straße links, überquert den Bach und folgt jenseits einem (nicht markierten, aber gut erkennbaren) Weg zur Plankensteinalm. Hier beginnt ein markierter Wanderweg, der direkt unter die Nordwand führt (insgesamt 1 1/4 Std. - 1,5 Std.).
  3. Mit dem Bike: Am schnellsten ist der Zustieg mit dem Bike – bergauf hält sich der Zeitgewinn je nach Kondition zwar noch in Grenzen, aber bergab spart man viel Zeit und Kraft. Man folgt der Teerstraße bis zum Flachstück kurz vor der Rottachalm, wo man an einer Abzweigung links über den Bach abbiegt. An einer weiteren Abzweigung hat man die Wahl, ob man lieber zur Plankensteinalm (zur Nordwand) fährt oder zur Röthensteinalm (West- und Südseite). Bei Variante zwei ist es vom Ende der Straße noch eine Dreiviertelstunde zum Plankensteinsattel (insgesamt ca. 1,5 Std. - 2 Std.).

Kletterführer:

Kletterführer Bayerische Alpen, Band 1 Kletterführer Bayerische Alpen Band 3
Bayrischzell - Benediktbeuern

Die Klettergebiete zwischen Rotwand und Benediktenwand in den unmittelbaren Münchner Hausbergen.