Kletterrouten Wilder Kaiser » Totenkirchl » Nordwand zur 1. Terasse

Merzbacherweg von NW bis zur 2. Terasse

Bewertung Ernsthaftigkeit
3 E3+   Infos
Kletterzeit Kletterlänge
2 h
Wandhöhe Exposition
300 m NW
Beliebtheit
2

Routencharakter

Rustikale Berg- und Klettertour über die Nordwestseite auf das Totenkirchl, der Weg, den die Erstbesteiger dieses Gipfel 1881 wählten und die damals darüber schrieben “der einzig mögliche Weg auf das Totenkirchl”. Die Tour ist nahezu in Vergessenheit geraten. Der Fels ist fast durchgehend gut, aber noch sehr ursprünglich. Dazu sind immer wieder Stellen mit Latschen zugewuchert. Für abenteuerlustige Bergsteiger, die einen Latschenkampf nicht scheuen, eine spannende Unternehmung. Es gibt kaum Begehungsspuren, daher ist die richtige Route nicht immer einfach zu finden.

Schwierigkeit

3 (Stellen), streckenweise 2-3, über längere Strecken aber auch Gehgelände oder leichtes Schrofengelände.

Absicherung

Kaum Haken vorhanden, ggf. Sicherung an Felsköpfen oder mit Cams.

Empfohlene Ausrüstung

ggf. Schlingen, kleine Klappsäge für die Latschen

Erstbegeher

Gottfried Merzbacher, Michael Soyer am 16.06.1881 (anläßlich der Erstbesteigung des Totenkirchls)

Zustieg

Vom Stripsenjochhaus auf kleinem, aber deutlichem Steig am ersten Latschenbuckel rechts vorbei und immer dem Verbindungsgrat bis um Teufelswurzgarten, der Latschenmulde am Nordfuß des Totenkirchl folgen (einmal ca. 15 m abklettern, 1-2). Bei den letzten Latschen nach rechts hinab zum Hubschrauberlandeplatz (20 Minuten vom Stripsenjochhaus).

Einstieg

Die Routenbeschreibung beginnt am Hubschrauberlandeplatz.

Routenverlauf

Vom Hubschrauberlandeplatz im Teufelswurzgarten quert man noch etwas rechts abwärts zu einem kleine Türmchen, das hier am Wandsockel anliegt. Rechts des Türmchens klettert man etwa 10 m hinauf (1-2) und quert dann auf schrofigen Grasbändern erst ansteigend, dann leicht abwärts zum nächsten sperrenden Felsriegel. Bei einem Bohrhaken steigt man ein paar Meter nach rechts abwärts in eine Rinne, durch die man 15 Meter über die Steilstufe hinaufklettern kann (2 bis 3-, leicht brüchig). Bei einem kleinen Schärchen (Standhaken des Schroffeneggerkamins) steigt man wieder nach rechts abwärts. Man hält sich jetzt immer am Wandfuß, wo man meist ohne großen Latschenkampf gehen kann (einmal gehts 5 m durch die Latschen). Es folgt noch keine kurze Querung auf der Westseite (jetzt ein paar Meter unterhalb des Wandfußes, Stelle 2) und man erreicht ein breites Latschenband, das in die Westwand hinausführt. Zuerst erreicht man einen Kamin (er führt 35 m hinauf, ca. 4 und es stecken 3 Bohrhaken), den man links liegen lässt. Man quert nochmals um ein Eck und steht am Fuße einer breiten Schlucht.

Über eine erste Stufe (3-) hinauf in den flacheren Schluchtteil. Man folgt ihr ein Stück aufwärts, bis sie sich verengt. Über Graspolster steigt man hier nach links auf die Rippe links der Schlucht und in die dahinter befindliche Rinne (linke Parallelrinne der Schlucht). Dieser folgt man nun im wesentlichen, manchmal besser auf den Felsrippen links oder rechts, da die Rinne immer wieder von Latschen verwachsen ist. Man erreicht die Mündung des Schroffeneggerkamins (tiefer Kaminspalt in der Rippe links der Latschenrinne) und somit den Beginn des nach Nordwesten abfallenden Teils der 1. Terrasse. Ab hier hält man sich rechts und am besten folgt man einer Rinne kurz nach Süden aufwärts und steigt dahinter links hinauf durch die Latschen zu einem Grasfleck auf der Terrasse. Anschließend quert man weit oben entlang der Felsen nach rechts, teilweise absteigend zu dem markanten, tiefen Leixlkamin. Das ist der am weitesten rechts gelegene Kamin, der von der 1. Terrasse nach oben führt.

In dem Kamin 10 Meter aufwärts, dann kurze Querung nach links (Stelle 3, 1 Haken) auf ein schräg ansteigendes Band. Das Band geht nach etwa 30 m in eine schmale Rinne über (nicht kurz vorher nach links in die tiefe Kaminrinne). Durch die Rinne aufwärts und vor den Klemmblöcken rechts aus ihr heraus und hinauf bis vor eine Steilstufe. Hier nach links über eine kurze steile Kaminrinne, bzw. an ihrer linke Seite hinauf in flacheres Gelände (3). Auf einem Grasband nach links, eine Rinne übersteigend und nach links eine 3 m hohe Stufe (2-3) hinauf auf eine weiteres Grasband. Damit sind die Hauptschwierigkeiten vorbei. Nun auf Bändern rechts queren bis vor einen markanten, schlanken Felsturm (jetzt befindet man sich bereits auf dem Zottweg). Kurz vor dem Turm ändert man wieder die Richtung und quert nun links ansteigend über eine Schichtrinne aufwärts. Bevor sie steiler wird, verlässt man sie nach rechts zur nächsten Schichtrinne und folgt dieser links aufwärts zur 2. Terrasse. 

Weiter folgt man dem Führerweg (teilweise markiert, Stelle 3, streckenweise 2-3) zum Gipfel (seilfrei noch ca. 30 Minuten).

Abstieg

Vom Gipfel über den Führerweg abklettern (Stellen 3) oder abseilen und absteigen bis zum Teufelswurzgarten (ca. 1,5 h) und zurück zum Stripsenjochhaus.

Übernachtung oder Einkehr

Stripsenjochhaus

Informationsquelle

Alpenvereinsführer Kaisergebirge

eigene Begehung am 29.09.2026

Fotos aus der Route