Totenkirchl über den Merzbacherweg
Auf dem Weg der Erstbesteiger des Totenkirchl
1881 erreichten Gottfried Merzbacher und Michael Soier als erste den Gipfel des bis dahin als unersteigbar geltenden Totenkirchl. Ihre Route wird heutzutage nicht mehr begangen, aber sie weist eine spannende Routenführung auf, die ich mir heute mal ansehen wollte. Start war am Vormittag an der Griesneralm und es ging zu erst über den altbekannten Weg durch den Wildanger bis zum Hubschrauberlandeplatz am Nordfuß des Totenkirchl. Von dort kletterte ich über die zwei Felsstufen unter dem Dülfer-U vorbei bis zum Einstieg der Route Hochzeitslust, wo ich heuer schon mal war. Ab dort war es für mich dann Neuland.
Der Merzbacherweg führt dann auf der Latschenterrasse weiter nach Westen, wobei ganz links am Wandfuß meist eine Latschengasse vorhanden war. Dann geht es luftig ums Eck auf ein Latschenband, das in die Westwand hinausführt. Dort hab ich mich gleich das erste mal verhaut. Den breiten Kamin hab ich als “Schlucht” interpretiert, war dann aber doch überrascht, über die Schwierigkeiten und dass ein paar Bohrhaken steckten. Als Backup hatte ich ein Seil dabei und konnte ihn so entspannt wieder abseilen. Man konnte das Latschenband nochmal 20 m um ein Eck weiterqueren und schon stand ich in der Schlucht. Nun passte die Beschreibung im alten AV-Führer besser mit der Realität zusammen. Durch die Schlucht und in der Folge durch teilweise mit Latschen zugewachsene Rinnen ging es hinauf auf die 1. Terrasse des Totenkirchl. Eigentlich alles leichte Kletterei (Stelle am Anfang vielleicht 3-, sonst maximal 2), aber wenn man den Latschen auswich und auf den Felsrippen kletterte, kamen schon ein paar Stellen dazu, die schwerer waren. Die letzten Meter auf die Terrasse brauchte ich nochmal eine gute Spürnase, um den besten Weg durch den Latschendschungel zu finden, aber ich kam ganz gut durch, ebenso durch die Querung zum Leixlkamin.
Der Merzbacherweg verlässt den Leixlkamin nach etwa 10 m nach links und dann wurde die Originalbeschreibung für mich recht unklar. Letztendlich hab ich mir dann den für mich einfachsten Weg hinauf zu den Bändern des Zottwegs gesucht. Dabei hab ich mit mehrmaligen Auf- und Abklettern fast jede Rinne in dem Bereich inspiziert. Schwieriger als 3 war meine Route zwar nicht, aber mit der Beschreibung im AF-Führer konnte ich nicht alles zu 100% in Einklang bringen. Der Weiterweg zum Gipfel führte dann über den altbekannten “Führerweg”, über den ich dann auch wieder zum Stripsenjochhaus abstieg.