Kleine Halt über die Enzenspergerführe
Großer Kaiserklassiker im 3. Schwierigkeitsgrad
Nach der gestrigen Tour aufs Totenkirchl und einer Übernachtung auf dem – jetzt im Herbst nicht mal mehr halb vollen – Stripsenjochhaus wollte ich mir heute die Enzenspergerroute an der Kleinen Halt anschauen. Ich hatte erfahren, dass hier einige Bohrhaken an den Standplätzen gesetzt wurden, weshalb ich das Topo in meinem Kletterführer „Wilder Kaiser“ aktualisieren sollte.
Vom Stripsenjochhaus beginnt die Tour mit einem kurzen Abstieg in Richtung Kaisertal und der Querung auf dem “Leitersteig” in den Hohen Winkel. Heute fand ich auch den Steig durch das Kar an die Ostwand der Kleinen Halt auf Anhieb. Das Weglein ist dann im weiteren Verlauf gut mit Steinmännern und roten Punkten markiert. Der Aufstieg durch die Totensesselschlucht ist dann recht herb-rustikal. Steil, schotterig und teils brüchig klettert man 300 Höhenmeter hinauf bis in die Totensesselscharte. Dann ist man aber immer noch nicht am Einstieg, sondern muss noch die Nordwand der Kleinen Halt queren. Das ist schon etwas angenehmer und meist leichtes Schrofengelände. Nur zum Ende hin gibt es ein paar plattige Stellen im Schwierigkeitsgrad 2–3. Der Start der eigentlichen Tour beginnt am “Frühstücksplatz”, zu dem man etwa 2 Stunden vom Einstieg in die Totensesselschlucht rechnen sollte (sofern man seilfrei aufsteigt – wer alle 3er-Stellen sichert, vermutlich 1 h mehr). Die Enzenspergerroute selbst ist dann eine wunderschöne Kletterei in festem Fels mit herrlichem Tiefblick ins Kaisertal. Die Schwierigkeiten sind sehr anhaltend im 3. Grad, aber auch kaum schwerer. Sofern man sichert, sollte man etwa 10 Seillängen dafür rechnen. Es stecken inzwischen ein paar Bohrhaken, an denen man Stand machen kann. Zudem gibt es einige Sanduhren und Normalhaken.
Nach der Tour bin ich über die Scharlinger Böden zum Hans-Berger-Haus abgestiegen und nach einer Stärkung mit leckerem Topfenstrudel übers Stripsenjochhaus wieder zurück zur Griesneralm gewandert.
Zur Info: Das Hans-Berger-Haus schließt jetzt am ersten Oktoberwochenende seine Pforten (ihre Quelle liefert kaum noch Wasser), das Stripsenjochhaus hat noch bis zum 11.10. geöffnet.
