Kleine Halt über die Enzenspergerführe

30. 09. 2026 | Tourenbedingungen Fels Kaisergebirge
von Markus Stadler

Großer Kaiserklassiker im 3. Schwierigkeitsgrad

Nach einer Übernachtung auf dem - jetzt im Herbst nicht mal mehr halb vollen - Stripsenjochhaus wollte ich mir heute die Enzenspergerroute anschauen. Ich hatte erfahren, dass hier einige Bohrhaken an den Standplätzen gesetzt wurden, westhalb ich das Topo in meinem Kletterführer Wilder Kaiser aktualisieren sollte.

Vom Stripsenjochhaus beginnt die Tour mit einem kurzen Abstieg in Richtung Kaisertal und der Querung auf dem “Leitersteig” in den Hohen Winkel. Heute fand ich auch den Steig durch das Kar an die Ostwand der Kleinen Halt, der gut mit Steinmännern und roten Punkten markiert ist. Der Aufstieg durch die Totensesselschlucht ist immer ein rustikal. Steil, schotterig und teils brüchig klettert man 300 Höhenmeter hinauf bis in die Totensesselscharte. Dann ist man aber immer noch nicht am Einstieg, sondern muss noch die Nordwand der Kleinen Halt queren. Das ist schon etwas angenehmer und meist leichtes Schrofengelände. Nur zum Ende hin gibts ein paar plattige Stellen im Schwierigkeitsgrad 2-3. Der Start der eigentlichen Tour beginnt am “Frühstücksplatz”, zu dem man mindestens 2 Stunden vom Einstieg in die Totensesselschlucht rechnen sollte (sofern man überwiegend seilfrei aufsteigt). Die Enzenspergerroute selbst ist dann eine wunderschöne Kletterei in festem Fels mit herrlichem Tiefblick ins Kaisertal. Die Schwierigkeiten sind sehr anhaltend im 3. Grad aber auch kaum schwerer. Sofern man sichert, sollte man etwa 10 Seillängen dafür rechnen. Es stecken inzwischen ein paar Bohrhaken, an denen man Stand machen kann, darüberhinaus gibts noch einige Sanduhren und Normalhaken.

Nach der Tour bin ich über die Scharlinger Böden zum Hans-Berger-Haus abgestiegen und nach einer Stärkung mit leckerem Topfenstrudel übers Stripsenjochhaus wieder zurück zur Griesneralm gewandert.