Enzenspergerführe

Bewertung Ernsthaftigkeit
3+ E4   Infos
Kletterzeit Kletterlänge
4 h + Zustieg 1000 m
Wandhöhe Exposition
800 m NW
Beliebtheit
3

Routencharakter

Tolle, luftige Kletterei in gutem Fels hoch über dem Kaisertal. Überwiegend geneigte, griffige Platten. Das Anspruchsvollste ist für reine Felskletterer dabei der herb-alpine Zustieg durch die Totensesselschlucht, der länger als die eigentliche Kletterroute ist und wo man sich die meiste Zeit im steilen 1-2er Gelände aufhält, gewürzt mit ein paar Kletterstellen im 3. Grad. Aus diesem Grund wird die Route heute meistens am Seil eines Bergführers angegangen oder von Solobergsteigern ungesichert geklettert.

Schwierigkeit

3+ (Stelle), recht anhaltend 3

Absicherung

Einzelne Bohrhaken im Abstand von 30-45 m, die man für Standplätze oder als Zwischenhaken verwenden kann. Dazu gelegentliche Sanduhren und Normalhaken. Mit einem Satz Stopper und kleinen bis mittleren Cams kann dazu oft gut mobil abgesichert werden. 

Empfohlene Ausrüstung

Schlingen, Stopper, kleine und mittlere Cams

Erstbegeher

Josef Enzensperger, Sigismund von Reuss am 29.06.1895

Zustieg

a) Von Hinterbärenbad/Hans-Berger-Haus: Auf dem Weg in Richtung Stripsenjochhaus bis zur „Neustadler Wiese”. Hier folgt man dem rechten Weg in Richtung Kopftörl/Gruttenhütte bis zur Einmündung des Leitersteigs vom Stripsenjochhaus. Man bleibt noch ein kurzes Stück auf dem Weg zum Kopftörl bis zu einer Geländekante wo der Weg kurz flacher wird. Hier zweigen rechts undeutliche Steigspuren ab, die bald deutlicher werden und mit Steinmännern und später auch mit roten Punkten markiert sind. Das Steiglein führt bequem an die Ostwand an den Beginn der Totensesselschlucht (1,5 h vom Hans-Berger- Haus). Alle direkteren, weglosen Varianten sind deutlich mühsamer.

b) Vom Stripsenjochhaus geht man 10 Minuten abwärts in Richtung Kaisertal, bis links der “Leitersteig” in Richtung Kopftörl abzweigt. Dieser Weg führt in leichtem Auf- und Ab in den Hohen Winkel, einmal muss man über eine 15 m hohe Leiter abklettern. Nach dem Zusammentreffen mit Zustieg a) weiter wie oben (etwa 1 Stunde bis zum Einstieg). 

Der weitere Zustieg verläuft über die Totensesselschlucht in die Totensesselscharte (brüchig, schottrig und steil, Stellen 3, je nach Sicherung 1-2 Stunden). Von dort quert man (anfangs schrofig und maximal 1-2, immer wieder ein Stück absteigen, Steinmänner!) durch die Nordwand bis zu einer plattigen Rinne. Durch die Rinne jetzt in festem Fels (2, Sanduhrschlinge am Anfang) hinauf bis zu ihrem Ende. Dort quert man (Stelle 2+) nach rechts aufwärts in eine weitere Rinne und folgt dieser bis zum “Frühstücksplatz” einem tollen Grasfleck hoch oben an der Nordwestkante der Kleinen Halt (Zeit von der Totensesselscharte 45-60 Minuten).

Einstieg

Bei einer Sanduhr am oberen Ende des Grasflecks.

Routenverlauf

Die Route schlängelt sich auf dem Weg des geringesten Widerstands durch die Wand zum Westgrat, den man etwa 80 Hm unterhalb des Gipfels erreicht.

Abstieg

Vom Gipfel auf dem markiertem, Konzentration erfordernden Steig hinab zum „Kaiserschützensteig“. Auf diesem weiter steil (teilweise Drahtseile) in die Scharlinger Böden und dann auf bequemem Wanderweg ins Kaisertal (2-2 ½ Stunden).

Übernachtung oder Einkehr

Hans-Berger-Haus oder Anton-Karg-Haus. Zustieg von Kufstein 2 bis 2,5 h, Bike von Vorteil (aber offiziell nicht erlaubt).

Stripsenjochhaus

Informationsquelle

Kletterführer Wilder Kaiser, eigene Begehungen u.a. am 30.09.2026

Fotos aus der Route