Griesneralm, Wilder Kaiser
15.10.2026 von Markus Stadler
Stützpunkt im Kaisergebirge
Im Talschluss des Kaiserbachtales, direkt am Fuß von Predigtstuhl und Mitterkaiser befindet sich in einmaliger Lage die Griesneralm. Das große Gasthaus wird seit 1951 von der Familie Dornauer sehr herzlich und gastfreundlich bewirtschaftet. Seit 2020 leitet die Juniochefin Johanna das Haus und musste gleich nach der Übernahme des Betriebs einen herben Schlag verkraften. Im Februar 2021 ist das Gebäude bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Nach dem Wiederaufbau gehört die Griesneralm jetzt wieder zu den besten Adressen im Wilden Kaiser - und drumherum. Tagsüber und zur Mittagszeit ist die große Terrasse meist voll von Ausflüglern. Sogar Busse von “Kaffeefahrten” haben die Alm als Ziel. Am späten Nachmittag oder gegen Abend trudeln dann die Wanderer, Bergsteiger und Kletterer ein, die hier auf eine gelungene Tour anstoßen. Auch als Übernachtungsquartier eignet sich das hotelähnliche Gasthaus optimal mit sehr schönen Zimmern bei fairen Preisen. Allerdings gibt es seit dem Neubau kein günstiges Bergsteigerlager mehr. Das Gasthaus ist ganzjährig bewirtschaftet - im Sommer hat man eine große an Auswahl Kletterrouten (Zustieg ab 45 Minuten) und Wanderungen und im Winter ist die Griesneralm ein beliebter Ausgangspunkt für Skitouren (meistens ins Griesnerkar).
Anreise
Mit Öffis: Die nächste Bushaltestelle befindet sich in der Griesenau. Die Bushaltestelle wird fast stündlich von der Regionalbuslinie 800: Reit im Winkl - Kössen - St. Johann in Tirol - Kitzbühel angefahren. Gehzeit von der Griesenau bis zur Griesneralm 1 - 1,5 h (die ersten 5 Minuten entlang der Zufahrtstraße, dann flache bis leicht ansteigende Forststraße, im Winter Langlaufloipe)
Mit PKW: Die Griesneralm ist mit dem Auto erreichbar. Ab der Griesenau führt eine Mautstraße bis zum Großparkplatz vor dem Haus. Die Mautstraße funktioniert mit Kennzeichenerfassung. Achtung! Zahlen erst bei der Ausfahrt am Automaten bzw. über App (QR-Code). Zur Abendessens-Zeit von 18-22 Uhr ist die Nutzung der Straße kostenlos - wer allerdings um diese Zeit einfährt und über Nacht bleibt, muss zahlen, auch wenn er am nächsten Tag erst nach 18 Uhr ausfährt. In der Mautgebühr (6 Euro für PKW, 10 Euro Bus/Womo) ist dafür die Parkgebühr inklusive.
Wandern und Bergsteigen
Hüttenwanderungen und Übergänge
- Stripsenjochhaus direkt über den Hüttenaufstieg (1,5-2 h, leicht) oder als tolle Überschreitung über den Feldberg und Stripsenkopf (3-4 h, leicht bis mittel)
- Hans-Berger-Haus und Anton-Karg-Haus im Kaisertal über das Stripsenjoch (2,5 bis 3,5 h, leicht)
- zur Gaudeamushütte über den Eggersteig durch die beeindruckende Steinerne Rinne und das Ellmauer Tor (3,5-4 h, mittel)
- zur Gruttenhütte über den Eggersteig durch die beeindruckende Steinerne Rinne und das Ellmauer Tor sowie den Jubiläumssteig (3,5-4 h, mittel bis anspruchsvoll).
- zur Fritz-Pflaum-Hütte, Selbstversorgerhütte im Griesnerkar (2 - 3 h)
Gipfelanstiege
- Feldberg (1819 m) über die Hintere Ranggenalm, anfangs auf Almstraße, oben steiler Bergsteig (2 Stunden).
- Stripsenkopf (1807 m) - entweder vom Feldberg weiter in einer Stunde am Grat entlang, oder direkt von der Griesneralm über das Stripsenjoch, beides unschwierige Bergwanderungen (2 h)
- Hintere Goinger Halt (2192 m) - Wanderweg in Richtung Stripsenjoch, dann links auf dem Eggersteig durch die steinerne Rinne (mittelschwerer Wanderweg teils mit Drahtseilversicherungen) zum Ellmauer Tor. Von dort auf steilem Bergsteig hinauf zum Gipfel (3 h)
- Ackerlspitze (2329 m) - durch das Griesnerkar, 3-4 Stunden, anspruchsvolle Bergtour für trittsichere Bergsteiger.
- Regalmspitze 2253 m übers kleine Törl 3-4 h, anspruchsvolle Bergtour für trittsichere Bergsteiger.
Klettermöglichkeiten
Von der Griesneralm sind alle Routen im Bereich des Griesnerkars, in der Steinernen Rinne und am Ellmauer Tor, sowie rund um den Wildanger und am Totenkirchl optimal erreichbar. Man hat also die Auswahl aus mehreren hundert alpinen Kletterrouten in allen Schwierigkeiten. Dazu gibt es seit zahlreiche Klettergärten, die allerdings alle etwas Zustieg erfordern. Am schnellsten ist man an dem neuen Klettergebiet “Koasacreek” (ca. 45 Minuten) mit etwa 30-40 Routen, vorwiegend im Schwierigkeitsbereich 7 bis 10 (komplett schattiges, optimales Sommergebiet). Der Klettergarten Gamswandl und das Mehr-Seillängen-Sportklettergebiet Wildangerwand sind etwa 1 Stunde Fußmarsch von der Griesneralm entfernt. Zum Klettergarten Hundskopf geht man gut 1,5 h und zum Klettergarten Kleinkaiser an der Fritz-Pflaum-Hütte 2-3 Stunden.
Skitouren
Im Winter ist das Griesnerkar eine sehr beliebte Skitour. Seit die Mautstraße den ganzen Winter über geöffnet ist, wird die Tour auch im Hochwinter viel begangen, sofern genug Schnee liegt. Durch das blockige Felsgelände sollten im Kar aber mindestens 1-2 Meter Schnee liegen, bevor man dort mit Ski unterwegs ist. Klassischerweise handelt es sich um eine Frühjahrsskitour. Bei hoher Schneelage kann auch der Feldberg als Firntour begangen werden. Weitere (anspruchsvolle) Tourenmöglichkeiten führen durch den Wildanger zum Totenkirchl-Sockel oder zum Stripsenjoch und von dort ggf. weiter auf den Stripsenkopf oder mit Abfahrt ins Kaisertal in den Hohen Winkel.
Kontakt
Familie Dornauer
Kaiserbachtal 6
A-6382 Kirchdorf in Tirol
